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Fürstenfeld, Museum in der Pfeilburg
Der einzige erhaltene mittelalterliche Wehrturm der Stadtbefestigung aus dem 14.Jh. ist Teil des geschichtsträchtigen Gebäudes an der Stadtmauer. Besuchen sie das Kruzitürken Museum und lassen sie sich in das Zeitalter der Kuruzzen und Janitscharen entführen. Eine Sonderausstellung zeigt Stiche, Pläne, Postkarten und Fotos der Befestigungsanlagen der Stadt. 10 – 18 Uhr zugänglich. (Pfeilburg, Tel. 03382/51 4 00)
Der Vortrag „Die Stadtbefestigung von Fürstenfeld“ von HR Dr. Peter Krenn ergänzt das Führungsprogramm, Ort und Zeit werden unter www.fuerstenfeld.at bekannt gegeben.
8280 Fürstenfeld, Klostergasse 18
Die an der südlichen Stadtmauer situierte, sogenannte Pfeilburg ist der älteste erhaltene Profanbau der Stadt und besitzt hohen historischen und kunsthistorischen Wert. In diesem Zusammenhang ist vor allem der in den Baukomplex eingebundene, gotische Wehrturm zu nennen, der als einer der wenigen mittelalterlichen Wohn-Wehrtürme Österreichs erhalten blieb. Er wurde im 14. Jahrhundert in der Mitte zwischen den Ecktürmen der südlichen Stadtmauer errichtet, um die langgestreckte Front wehrtechnisch zu verstärken.
Der Turm, der vermutlich bei den Ungarneinfällen um 1480 ausbrannte, hieß in der Folge auch „Schwarzturm“. Die Bezeichnung „Pfeilburg“ geht auf Hans Pfeilberg zurück, der das Objekt 1490 erwarb. Ab 1550 erfolgte der Um- und Ausbau des Turmes durch Max Ruepp. In dieser Zeit war die Pfeilburg ein von Steuern befreiter Edelmannsitz.
Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte Johann Christoph Liscutin das Gebäude, erweiterte es durch einen Seitentrakt im Nordosten und errichtete 1691 hier die erste Tabakfabrik Österreichs. Wenige Jahre später erwarb die Stadt das Objekt und nutzte es u. a. als Schule, Kaserne, Militärspital und Armenhaus. 1996-1999 wurde das Gebäude saniert und als Stadtmuseum adaptiert.
Der dreigeschoßige Hauptbau der Pfeilburg mit Renaissance-Erker und Rustikaportal geht im Wesentlichen auf die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück und besitzt eine Fassade mit schlichter Putzfeldergliederung. An der Südostecke des Gebäudes sind noch massive Mauerteile des mittelalterlichen Wehrturms erkennbar, eingefasst von Hausteinquadern an den Gebäudeecken. Die zweigeschoßige, fünfachsige Pfeilerarkade an der Hoffassade stammt ebenso wie der im rechten Winkel zum Haupthaus angefügte Erweiterungsbau aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts. Der Innenhof wird zur Klostergasse hin durch ein eingeschoßiges Nebengebäude des 19. Jahrhunderts und eine Tormauer mit Rundbogenportal begrenzt.
Im Inneren des Hauptgebäudes finden wir im Erdgeschoß mächtige, gewölbte Räume. Im 2. Obergeschoß zeugen mehrere, aufwändige Stuckdecken aus der Zeit um 1700 mit üppigen vegetabilen Formen von der repräsentativen Bedeutung der Pfeilburg. Besonders hervorzuheben ist jedoch eine Stuckdecke mit geometrischen, linearen Formen, deren Typus in Mitteleuropa überaus selten ist.
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