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Bad Radkersburg, Geschichte und Geschichten zur Festung

Wehrturm beim Palais Herberstorff

Wehrturm beim Palais Herberstorff

Vorstadt Bastei

Stadtmauer und Turm der Stadtpfarrkirche

Langgasse und Rathausturm

Langgasse und Rathausturm

Hohle Bastei

Hohle Bastei

Bad Radkersburg-Altstadt Luftbild. © Stadtgemeinde Bad Radkersburg
Die zentralen Elemente der Renaissancebefestigung Bad Radkersburgs sind in einer nahezu einzigartig geschlossenen Form erhalten geblieben.
Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Befestigungsanlage der Stadt unter der Leitung des italienischen Baumeisters Domenico dell Allio ausgebaut. Begeben Sie sich auf die Spuren dieses bedeutenden Festungsarchitekten und tauchen Sie ein in eine Zeit, in der das Bild der Stadt von italienischen Baumeistern, Maurern und Steinmetzen geprägt wurde. 10.00 Uhr Eröffnung des Denkmaltages im Museum im alten Zeughaus Bad Radkersburg, Emmenstraße 9, 8490 Bad Radkersburg, anschl. Rundgang (ca. 2 Stunden) um 10.30 Uhr, 13.00 Uhr und 15.30 Uhr;.(Museum im alten Zeughaus, Tel. 03476-4043, www.bad-radkersburg-online.at) Abschlussveranstaltung um 17.00 Uhr am Hauptplatz 8490 Bad Radkersburg, Emmenstraße 9
Die eindrucksvolle und außerordentlich gut erhaltene Festungsanlage von Bad Radkersburg bestimmt bis heute das Erscheinungsbild der Stadt. Sie besteht aus dem inneren Ring der spätmittelalterlichen Stadtmauer, dem äußeren Ring der Bastionen und Kurtinen des 16. Jahrhunderts und dem ehemaligen Wassergraben mit abschließendem Erdwall.
Das bereits 1299 als Stadt genannte Radkersburg entstand als planmäßige Anlage auf einer von zwei Murarmen gebildeten Insel. Die mittelalterliche Stadt war von einer Ringmauer und einem Graben umgeben. Zwei Tore am Nord- und Südende der heutigen Langgasse (später Ungar- und Grazertor benannt) ermöglichten den Zugang. Die Ringmauer wurde durch mehrere Wehrtürme verstärkt, von denen vier erhalten blieben. Auch der Stadtturm beim Rathaus fungierte ursprünglich als Warn- und Wehrturm.
1582 wurde Radkersburg auf dem Reichstag in Augsburg zur Reichsfestung erhoben. Als Grenzort zu Ungarn hatte die Stadt von Anfang an strategisch wichtige Bedeutung. Mit zunehmender Bedrohung durch die Türken – seit der Schlacht von Mohács 1526 waren große Teile Ungarns unter osmanischer Herrschaft – wurde die Sicherung der steirischen Grenze vorrangiges Ziel. Die befestigten Grenzstädte sollten ein Vordringen möglicher Feinde durch das Murtal gegen die Landeshauptstadt Graz verhindern.
Da die mittelalterlichen Wehrmauern und Türme den verbesserten Waffen und der Artillerie kaum mehr Widerstand leisten konnten, war eine Modernisierung unumgänglich. Zu diesem Zwecke holte man italienische Baumeister, Maurermeister, Poliere und Steinmetze nach Österreich, die ausgezeichnete Kenntnisse im neuzeitlichen Festungsbau aufwiesen. Hauptsächlich waren dies Handwerkerfamilien aus der Umgebung von Como und Lugano. Die erste Bauphase unter der Leitung von Domenico dell’ Allio dauerte von 1546 bis zu dessen Tod im Jahr 1564, die zweite begann 1570 und endete mit der Fertigstellung der Festung 1591. Der Festungsbau kam teilweise nur schleppend voran. Schuld waren neben den Finanzierungsproblemen Katastrophen wie Brände und Hochwasser, die bereits ausgeführte Arbeiten wieder zunichte machten. Auch nach 1600 wurde regelmäßig an der Festung gebaut und restauriert, um Schäden zu beheben oder die Festungsanlage weiter zu vervollständigen.
Die Hauptmerkmale der Renaissancefestung nach italienischem Vorbild waren Bastionen, Kurtinen (die Basteien verbindendes, gerades Mauerwerk) und ein tiefer Graben. Diese neuen Bauteile wurden in Radkersburg als äußerer Ring um die ältere Stadtmauer angelegt. Die polygonal vorspringenden Bastionen waren Erdwerke mit Ziegelverkleidungen an den Außenfronten. Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Türmen waren sie niedriger und geräumiger, um das Auffahren mehrerer Geschütze zu ermöglichen. Da Kanonen nur über eine Reichweite von 200 m verfügten, durften Bastionen nicht weiter als 400 m voneinander entfernt sein. Von den ursprünglich sieben Bastionen blieben sechs erhalten (Pfaffenbastei, Hohle Bastei mit gewölbtem Gang, Ungarbastei, Bürgerbastei, Kapuzinerbastei und Vorstadtbastei). Eine besondere Bedeutung kam den Gräben zu, sie wurden verbreitert und vertieft und dem äußeren Grabenrand ein Wall vorgelegt.
Nach der Auflassung der Festung 1773 kam es zu einigen baulichen Veränderungen. So wurden die beiden Stadttore und die Murbastei geschliffen und die Stadt an mehreren Stellen zugänglich gemacht. Trotzdem blieben die zentralen Elemente der Renaissancebefestigung in bemerkenswert geschlossener Form bis heute erhalten.
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