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Restaurierung des Faistauer-Foyers im Salzburger Festspielhaus
Präsentation von mehr Originalmalerei Faistauers als bisher

Selbstbildnis Anton Faistauers an der "Werkleutewand" nach der Restaurierung

Detail aus der Jedermannszene:
Bestand der Originalfresken nach Abnahme der vorgehängten Platten

Die Tischgesellschaft nach abgeschlossener Restaurierung. Links sind die monochromen Reproduktionen der 1938 zerstörten Teile der sog. Werkleutewand zu erkennen.

"Mirakel"-Szene: Aufnahme des Menschen ins Himmelreich

Die sog. "Cäcilienwand" Verherrlichung der Macht der Musik

Detail aus der "Cäcilien-Wand"

"Werkleutewand": Wiederentdeckte und noch intakte Freskenfelder
Im Zuge des Umbaues des Kleinen Festspielhauses zum „Haus für Mozart“ in der Stadt Salzburg wurde auch das „Faistauer-Foyer“ restauriert. Ein Hauptwerk des österreichischen Expressionismus ist dadurch wiederhergestellt.
Das 1925 nach Plänen von Architekt Clemens Holzmeister erbaute und in den Jahren 1926/27 von Anton Faistauer mit Fresken ausgemalte Foyer des Salzburger Festspielhauses gilt als signifikantes Dokument des österreichischen Expressionismus. Gleichzeitig symbolisiert das Faistauer-Foyer wie kein zweiter Bauteil des Festspielbezirkes die wechselvolle Geschichte der ersten Festspieljahrzehnte, wodurch Bauherr, Denkmalpfleger und Restauratoren bei der jüngst abgeschlossenen Restaurierung des Foyers vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt wurden.
Nach Einmarsch der Nationalsozialisten im Jahr 1938 kam es zur Abnahme der Fresken, durchgeführt von Alberto Susat, einem Schüler Faistauers. Die zwölf Jahre alten Fresken wurden in wenigen Wochen strappiert, auf Leinwand kaschiert und gelagert. 1956 gelang Alberto Susat eine originalgetreue Wiederherstellung durch die Aufhängung der auf Faserplatten aufgezogenen Leinwände. Fehlende Bereiche bzw. Fehlstellen ergänzte Susat mit skizzenhaften Nachzeichnungen (Konturzeichnungen) auf monochrom eingefärbten Leinwänden.
Eine Diplomarbeit sowie Untersuchungen ließen bereits im Vorfeld der im Dezember 2004 unter Leitung der Restauratoren Mag. Christoph Tinzl und Johannes Preis begonnenen Restaurierung darauf schließen, dass partiell noch Reste der nicht vollständig abgenommenen Originalfresken unter den Platten vorhanden sind. Das ganze Ausmaß kam jedoch erst nach Abnahme aller Platten zum Vorschein, was zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des gemeinsam mit den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes erarbeiteten Restaurierkonzeptes führte.
Vor allem im Bereich der so genannten „Werkleutewand“ waren intakte Freskenfelder vorhanden, die inzwischen konserviert und restauriert wurden und nun wieder sichtbar sind. Hackspuren und Putzfehlstellen in anderen Bereichen, namentlich bei den Portraits des Architekten Clemens Holzmeister und des Landeshauptmanns Dr. Franz Rehrl, zeugten indessen von mutwilliger Zerstörung im Jahr 1938. Auch die lediglich ein Jahr nach Fertigstellung von Anton Faistauer selbst getätigten Änderungen konnten nun anschaulich dokumentiert werden.
Als Restaurierziel galt nach wie vor neben der Sicherung und Konservierung der erhaltenen Faistauer Fresken an den Wänden, die Reinigung, Restaurierung und Wiedermontage der von Susat strappierten Faistauer-Fresken auf Platten. Vor allem aber war das Bundesdenkmalamt gemeinsam mit allen Beteiligten sehr darum bemüht, mehr Originalmalerei Faistauers zu präsentieren und die Schaffung einer harmonischen und geschlossenen Raumeinheit, die der ursprünglichen Ausmalung nahe kommt, zu erzielen.
Erreicht worden ist dieses Ziel durch zum Teil minimale, aber entscheidende Rückführungen architektonischer Details, Korrekturen der Hängung der Malereiplatten an der Theaterszenenwand und insbesondere durch die Dezimierung der von Susat ergänzten Platten, die aus denkmalpflegerischer Sicht keinen hohen künstlerischen Wert besitzen.
Ein Teil dieser Bemühungen war die Wiederanbringung der Portraitreihe, die sich ehemals über dem Haupteingang des Foyers befand. Neben den sechs im Archiv der Salzburger Festspiele gelagerten Portraitköpfen wurde auch das in Privatbesitz befindliche Portrait des Hl. Paulus dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Durch die Integration dieser Portraits sowie der erhaltenen Originalfresken konnte die historische Chance genutzt werden, das Faistauer-Foyer mit weiteren Werken des Künstlers authentischer zu gestalten bzw. mehr zu vervollständigen.
Die Fehlstellen, die bisher von den skizzenhaften Susatplatten verdeckt worden waren, wurden im Zuge der Restaurierung durch monochrome Reproduktionen auf Leinwand ersetzt. Als Vorlage diente ein qualitativ hochwertiges Fotomaterial von 1926 aus dem Bestand der Nationalbibliothek. Jene Lösung kommt sowohl den internationalen Richtlinien der Denkmalpflege nach klarer Unterscheidbarkeit vom Originalbestand, als auch der Forderung nach Ergänzung in zeitgemäßer Form nach.
Die Restaurierung, die dank großzügiger Unterstützung durch Senator h.c. Prof. DDr. Herbert Batliner und durch Denkmalpflegemittel des Bundes möglich wurde, ist seit Mitte Juni 2006 abgeschlossen. Ab dem Zeitpunkt der Eröffnung des „Hauses für Mozart“ im Juli 2006 steht auch das Faistauer-Foyer wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung.
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