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Die Gärten der Kartause Mauerbach

Kaisergarten zur Rosenblüte

Kaisergarten zur Rosenblüte

Detail, Stich dat. 1675

Detail Kaisergarten, Stich dat. 1675

Kaisergarten während der Rekonstruktion

Rekonstruktion 1994

Rosenbusch

Historische Rose

Der Kaisergarten – Eine wissenschaftliche Rekonstruktion

Zur Zeit der barocken Klosteranlage war jeder Zelle ein eigener, durch eine hohe Mauer abgegrenzter Garten zugeordnet, den der Kartäusermönch selbst bestellen musste.
Von der ursprünglichen, durch historische Stiche überlieferten Gestaltung dieser Gärten ist jedoch nichts erhalten geblieben, auch die Umfassungsmauern wurden nach der Aufhebung abgebrochen.

Neben den 20 Zellengärten existierten ursprünglich noch sieben weitere Gartenareale. Den Mönchen war von diesen aber nur der große Obstbaumgarten im Kreuzhof als Gemeinschaftsgarten zugänglich, alle anderen Gartenanlagen, zwei Repräsentationsgärten und vier Nutzgärten, lagen außerhalb der Klausur. Der kurioseste der Nutzgärten war zweifellos der Schildkrötengarten. Die in den Teichen dieses Gartens gehaltenen Europäischen Sumpfschildkröten wurden, ebenso wie andere im Wasser lebende Tiere, als Fastenspeise angesehen und zählten neben Fischen und Krustentieren zu den erlaubten Speisen der Kartäuser.

Von den beiden Repräsentationsgärten, dem Kaiser- und dem Prälatengarten, die dem Klostervorstand und seinen hohen Besuchern vorbehalten waren, kam vor allem dem Kaisergarten besondere Bedeutung zu. Der Konzeption einer Kartäuserzelle folgend wurde auch dem Kaisertrakt ein von hohen Mauern umschlossener Garten zugeordnet, der dem kaiserlichen Besucher als Ort religiöser Kontemplation dienen sollte.

Der in seiner Gestaltungsform noch der Renaissance verpflichtete Garten besteht aus zwei von Buschreihen umschlossenen Gevierten, deren Beete religiöse Symbolformen darstellen. Das südliche Geviert mit seinem zentralen Kreuzbeet und den umgebenden Herzformen ist Christus gewidmet, während das nördliche Geviert durch Lilienbeete eine deutlich marianische Symbolik aufweist. Die Beete waren mit einer niedrigen Bordierung aus gestutzten Kräutern, wie etwa Thymian, Salbei oder Lavendel begrenzt und im Inneren mit geometrisch angeordneten Schaupflanzen besetzt.

Bei der Rekonstruktion des Kaisergartens in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, die auf einer Stichdarstellung von 1675 beruht, wurde versucht die Funktion des Gartens als Vermittler kartäuserischer Glaubensinhalte durch eine dem 17. Jahrhundert entsprechende Bepflanzung mit christlichen Symbol- und Heilpflanzen, wie Madonnenlilie, Osterglocken, Himmelsschlüssel oder Akelei, zu unterstreichen. Die Besetzung der die Gevierte umrahmenden Buschreihe mit einmalblühenden und intensiv duftenden, historischen Rosensorten sollte dabei nicht nur die Bedeutung des Gartens als umschlossener Mariengarten (hortus conclusius) versinnbildlichen, sondern auch die vielfältigen Aspekte eines Gartens, der alle Sinne ansprechen sollte, erlebbar machen. Der wiederhergestellte Kaisergarten ermöglicht damit heute wieder eine Vorstellung der hochstehenden Gartenkultur des 17. Jahrhunderts.

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