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Roland Girtler: Denkmäler für Rebellen

Bruck-Wasen, Bauernkriegsdenkmal 1926, Stefan Fadinger und Christoph Zeller gewidmet.

Vorderstoder, Filzmoserkapelle. Der Legende nach wurden an dieser Stelle 1597 drei protestantische Bauernführer gehenkt.

Im aktuellen Denkmalpflegeheft des Landeskonservatorats f. OÖ und des Vereins Denkmalpflege schreibt Roland Girtler über "Denkmäler aus der Sicht eines vagabundierenden Kulturwisenschaftlers". Daraus ein Auszug:

"Denkmäler, die zur Welt der alten Rebellen gehören, erinnern an Bauernkriege, an Kämpfe zwischen Bauernburschen und adeligen Jagdherren und schließlich an die alten Wildschützen. Letztere ließen es sich vor allem im Gebirge nicht gefallen, dass man ihnen das Recht der Jagd verwehren wollte. Spannend sind in Oberösterreich die Denkmäler, die auf die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Bauern und Adel während der Bauernkriege verweisen. Unter ihrem Führer Stefan Fadinger kämpften die Bauern einen harten Kampf, den sie allerdings verloren. Eher bescheidene Denkmäler erinnern an einzelne Schlachten der Bauern. Sie haben nicht die prunkvolle Ausstattung, die Denkmäler aufweisen, die zum Gedenken an die Kriege der Kaiser und Könige errichtet wurden. Ein Denkmal für Rebellen kenne ich unweit von Windischgarsten, es hat der hochachtbare Lehrer Kusche aufgestellt. Es zeigt ein gemaltes und geschnitztes Bild, auf dem ein Bauer mit einer Schriftrolle mit römischen Zahlen zu sehen ist. Die Zahlen verweisen auf die einzelnen Forderungen der Bauern um 1597. Dabei steht, dass acht Bauern und Handwerker durch den Landesobristen Starhemberg bei ihren Häusern und sonst wo gehängt worden sind. Auch die so genannte Filzmoserkapelle bei Vorderstoder verweist auf die Grausamkeit gegenüber den Bauern. Denkmäler dieser Art faszinieren mich immer wieder und stimmen mich nachdenklich.
Zu den Denkmälern von Rebellen zählen auch jene, die für die bei der verbotenen Jagd getöteten Wildschützen errichtet wurden. Für sie schuf man so genannte Marterln, die vorrangig von Verwandten und Freunden gepflegt werden. So erinnert an den Wildschütz Pius Walder, der 1982 hinterrücks von einem Jäger erschossen wurde, ein monumentaler Grabstein aus weißem Marmor, auf dem zu lesen ist, auf welch grausamer Weise der Pius sein Leben lassen musste. Ähnlich prächtig ist das Grab des berühmten bayrischen Wildschützen Jennerwein in Schliersee, das ich einmal auf einer Radtour besucht habe. Auf dem schmiedeeisernen Grabkreuz ist die erste Strophe des zum Gedenken von Jennerwein gedichteten Liedes „Es war ein Schütz in seinen besten Jahren, er wurde weggeputzt von dieser Welt“ zu lesen. Auch für Räuberhauptleute, wie den um 1810 im Waldviertel beliebten Räuberhauptmann Grasl, gibt es Gedenkstätten. So wird eine Höhle, die so genannte Grasl-Höhle, unmittelbar bei der Wallfahrtskirche Maria Dreieichen unweit von Horn von der Bevölkerung hoch geachtet. Räuberhöhle und Wallfahrtskirche existieren friedlich nebeneinander. Sie alle genießen meinen Respekt."

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