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April

Stift Lilienfeld800-jähriges Gründungsjubiläum

Stift Lilienfeld

Kreuzgang

Stiftskirche

Die Stiftung des Zisterzienserklosters Lilienfeld durch Herzog Leopold VI., den Glorreichen, aus dem Hause Babenberg geht auf das Jahr 1202 zurück.

Der Standort im oberen Traisental, der auch als Grablege des Landesfürsten vorgesehen war und damals der steirischen Grenze noch wesentlich näher lag, mochte entscheidende Vorteile geboten haben, führt doch hier eine der wichtigsten Pilgerstraßen zum seinerzeit aufblühenden Wallfahrtsort Mariazell vorbei. Der Klostergründung kam wohl nicht nur die Aufgabe des liturgischen Totengedächtnisses zu, sondern ihr war durch die hier bestimmte herzogliche Grablege sicher auch eine konstitutive Kraft für das nachhaltige Zusammenwachsen der beiden unter Leopold erstmals in Personalunion vereinigten Herzogtümer Österreich und Steyer zugedacht. Diese besondere Bedeutung Lilienfelds als Ort territorialpolitischer Repräsentation spiegelt sich nicht zuletzt in der architektonischen Ausformung der mittelalterlichen Anlage wider, wobei vor allem dem unter Leopold errichteten Hallenumgangschor als einem der Gründungsbauten der Gotik in Österreich herausragende Bedeutung zukommt. Spätere Jahrhunderte haben zu Um- und Ausbauten bzw. Adaptierungen geführt, ließen aber das heutige Kloster zu einem außerordentlichen Gesamtkunstwerk wachsen, das im Inneren der Stiftskirche in der künstlerisch hochwertigen, harmonisch sich einfügenden Barockausstattung gipfelt.
Anläßlich des 800-jährigen Gründungsjubiläums im heurigen Jahr erfolgte ein umfangreiches Restaurierungsprogramm. So entspricht der Einbau von Liften und Sanitäranlagen jetzt zeitgemäßen Anforderungen. Mittels eines speziellen Drainagierungs- und Klimatisierungssystems konnte die Entfeuchtung der Fundamente bzw. die Optimierung des Raumklimas von Dormitorium, Cellarium, Kreuzgang, Roter Gang und ehem. Laienrefektorium erreicht werden.
Die Arbeiten im Kreuzganghof, Roten Gang und ehem. Refektorium bereiteten erheblichen restauratorischen Aufwand. Denkmalpflegerisch beachtenswert fiel die Restaurierung von romanischen Fugenmalereien im Bereich des ehem. Konversenrefektoriums aus, das südlich des Cellariums anschließt. In seiner Nordwand setzt es die Bauflucht des südlichen Kreuzgangarmes fort und markiert wohl eine erste Bauetappe des 13. Jh. Nachfreilegungen der originalen Oberfläche und neutrale Putzergänzungen halfen ein optisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Auch der Rote Gang, dessen Quadermalereien sich etwa zu einem Fünftel original erhalten haben, wurde umfassend restauriert. Im Zuge der Sanierungsarbeiten ersetzte man den mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogene Ergänzungsputz von 1976 durch Kalkputzlagen. Freilegungen, Retuschen und tw. notwendige Rekonstruktionen haben sowohl am Portal als auch an den Gangwänden ein einheitliches, dem heutigen Restaurierstandard entsprechendes Ergebnis erbracht, in das sich der neu verlegte Sandsteinboden sehr gut einfügt.

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