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Fundberichte aus Österreich 47, 2008

Buch Kurzinfo

Titel: Fundberichte aus Österreich 47, 2008

Erscheinungsjahr: 2009

Seiten: 684

Preis: € 180,-

Den Band "FÖ 47, 2008" erhalten Sie beim Verlag Berger sowie im gut sortierten Buchhandel!

ISSN 1993-1271


Aus dem Inhalt:

Vorwort
Die Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes. Jahresbericht 2008

Johannes Krumpel, Vier Gräber der Badener Kultur aus Ratzersdorf, Niederösterreich. Eine Neubewertung der Bestattungssitten der Badener Kultur in ihrer österreichischen Verbreitung
Karin Wiltschke-Schrotta, Jan Cemper-Kiesslich und Anna-Maria Höger, Die badenzeitlichen Skelette von Ratzersdorf an der Traisen, Niederösterreich 
Manfred Schmitzberger, Tierknochenfunde aus der Badener Kultur von Potzneusiedl, Burgenland
Burkhard Weishäupl, Jungsteinzeitliche Funde am Bergisel bei Innsbruck
Violetta Reiter, Frühbronzezeitliche Brandbestattungen im Unteren Traisental, Niederösterreich
Heimo Dolenz, Stefan Krmnicek, Eleni Schindler-Kaudelka, Helga Sedlmayer und Susanne Zabehlicky-Scheffenegger, Zur vorannexionszeitlichen Siedlung auf dem
Magdalensberg
Christa Frank, Die Mollusken der La-Tène-zeitlichen Siedlung in Prellenkirchen, Niederösterreich 
Christoph Hinker, Die römische Fundstelle auf der Flur Versunkenes Dorf in Krusdorf, Südoststeiermark
Ingrid Hackhofer, Die Grabung 1996 auf Parzelle 80 im römischen Vicus von Favianis/Mautern
Christoph Grill, Tierknochen aus einem Brunnen im römischen Vicus von Favianis/Mautern, Niederösterreich 
Barbara Wewerka, Oliver Schmitsberger u. a., Bericht über die Ausgrabungen des Vereins ASINOE im Projektjahr 2008  

Fundchronik

Register

Redaktionelle Hinweise

Beachten Sie auch unsere Neuerscheinungen 2009:
Frühneuzeitliche Glasproduktion in der Herrschaft Reichenau am Freiwald, Niederösterreich (FÖMat A 19)
Burgruinen der Steiermark (FÖMat B 2)
Im Brennpunkt der Geschichte: Landhaus und Promenade in Linz (FÖMat A/Sonderheft 8)
Die Filialkirche von Wallmersdorf (FÖMat A/Sonderheft 9)
Der Residenzplatz. Fenster zu Salzburgs Geschichte (FÖMat A/Sonderheft 10)

Zusammenfassungen der Aufsätze

Johannes Krumpel, Vier Gräber der Badener Kultur aus Ratzersdorf, Niederösterreich. Eine Neubewertung der Bestattungssitten der Badener Kultur in ihrer österreichischen Verbreitung
In den Jahren 2002 und 2004 wurden im Rahmen großflächiger, vorbeugender Rettungsgrabungen im Unteren Traisental (Stadt St. Pölten, KG Ratzersdorf an der Traisen) neben einer Siedlung auch vier Gräber der Badener Kultur entdeckt. Die Ratzersdorfer Gräber wurden während der Besiedlung des Wohnplatzes angelegt. Möglicherweise stammen Verf. 2928 und 3399 aus der Gründungszeit der Siedlung. Die Siedlungsdauer geht über die Belegungsdauer der Gräbergruppe hinaus. Die Gräber aus Ratzersdorf lassen sich in die Stufe Ossarn I der klassischen Badener Kultur datieren und wurden zwischen 3320 und 3080 v. Chr. angelegt. Die Rohmaterialien der Steingeräte zeigen, dass die Gemeinschaft Fernkontakte in das Waldviertel und bis nach Böhmen oder Mähren unterhielt. Die Nähe regulärer Gräber zu den Lebenden ist ein Ausnahmefall, der sonst nur in Wangheim dokumentiert wurde. In Grabbau und Bestattungsform fügen sich die untersuchten Bestattungen gut in das Bild bekannter österreichischer Gräber der Badener Kultur ein. Gemeinsam mit der Neubewertung des Grabbestandes im Arbeitsgebiet konnte der Forschungsstand hinsichtlich der Interpretation der Sekundärbestattungen und der Rolle der Kinder in der Gemeinschaft erweitert werden. Aufgrund der regelmäßigen linken Hockerlage von Individuen der Altersklasse Infans kann ein Initaitionsritus angenommen werden. Gleichzeitig sind aber keine deutlichen Unterschiede in der Beigabenqualität und -quantität zwischen Erwachsenen und Kindern erkennbar. Lediglich Axt, Beil und Pfeile wurden bevorzugt Männern beigegeben. Auch Sekundärbestattungen finden sich nur als Beigabe von Erwachsenen. Die Gräber zeigen auch, dass sich einzelne Individuen durch ihre Beigaben von den übrigen Bestatteten abheben. Hier deutet sich ein hierarchisches Gefälle an. In Doppel- und Mehrfachbestattungen wurden meist Individuen mit unterschiedlichem Geschlecht oder unterschiedlichem Sozialstatus bestattet. Die Gegensatzpaare Frau/Mann und Jung/Alt waren für die Belegung der Gräber von Bedeutung. Dieser Gegensatz setzt sich in der Niederlegung der Individuen als linke und rechte Hocker (Angesicht zu Angesicht) fort. Trotz des Fehlens von Einzelbestattungen erscheinen die Doppel- und Mehrfachbestattungen in der Diversität der Bestattungsformen nicht als Sonderform. In diesen drückt sich sehr wahrscheinlich ein familiäres und/oder verwandschaftliches Verhältnis aus. Mit den derzeit bekannten Gräbern wird ein innerhalb der badenzeitlichen Gemeinschaft hervorgehobener Personenkreis beschrieben.
Four graves of the Baden culture from Ratzersdorf, St. Pölten Muncipality, Lower Austria. A reappraisal of Baden culture burial customs in the Austrian area
Extensive rescue excavations in the Lower Traisen valley (Ratzersdorf, St. Pölten municipality) in 2002 and 2004 brought to light not only a Baden culture settlement, but also four contemporaneous graves. The Ratzersdorf graves originated during the life of the settlement, while the features 2928 and 3399 may date to the settlement’s foundation period. The settlement’s duration is longer than that of the grave group. The Ratzersdorf graves can be dated in the Ossarn 1 stage of the classical Baden culture and were set out during the 3320 and 3080 BC. The raw material of the stone tools shows that the community maintained long-distance contacts with the Waldviertel (North-western Lower Austria) and beyond that to Bohemia or Moravia. The proximity of normal graves to a living settlement is exceptional and has only been documented in Wangheim up on now. In their grave architecture and burial form the graves examined reflect what is known about Austrian graves of the Baden culture. Together with a reappraisal of the known graves in the study area, the state of research concerning the interpretation of secondary burials and the role of children in the community has been extended. An initiation rite can be deduced from the regular left crouched position adopted by individuals in the age group Infans. On the other hand no clear difference in the quality or quantity of grave goods can be discerned between adults and children. Axe, hatchet and arrows were typically deposited with men however. Secondary burials were also only interred in adults’ graves. The graves also allow some individuals to be set apart from the others on the basis of their grave goods. This implies hierarchical difference. Double and multiple graves usually contained individuals of different sex or social status. The contrasting pairs woman/man and young/old were important in the composition of the graves. This contrast is also reflected in the deposition of pairs of individuals in a left and right crouched position (face to face). The double and multiple inhumations are not unusal in the diversity of their burial forms. Instead they very probably imply family relationships. The graves presently known reflect an outstanding group of people within the Baden-period community.




Karin Wiltschke-Schrotta, Jan Cemper-Kiesslich und Anna-Maria Höger, Die badenzeitlichen Skelette von Ratzersdorf an der Traisen, Niederösterreich
Im Zuge einer Rettungsgrabung des Bundesdenkmalamtes wurden in den Jahren 2002 und 2004 vier Gräber der jungneolithischen Badener Kultur in der Katastralgemeinde Ratzersdorf an der Traisen (Stadt St. Pölten, Niederösterreich) geborgen. Die Gräber enthielten menschliche Überreste von zwölf Individuen. Die einzige Einzelbestattung, Verf. 3473, beinhaltete die Reste eines 25- bis 35-jährigen Mannes, der vermutlich vor seinem Tod schon länger an einer anämischen Krankheit gelitten hatte. Bei der Doppelbestattung Verf. 2928 wurden ein junger Mann (20–25 Jahre) und ein Kind (11–12 Jahre) beigesetzt. Die ähnliche Zahnfehlstellung dieser Individuen deutet auf ein verwandtschaftliches Verhältnis hin. Das Kind zeigt auch eine sehr ungewöhnliche Schneidezahnanomalie. Bei Verf. 3442 handelt es sich vermutlich um eine weitere Doppelbestattung einer Frau (25–30 Jahre) und eines Neugeborenen. Der Schädel eines 2-jährigen Kindes, der mit den Neugeborenenknochen vermengt im Kniebereich der Frau lag, dürfte eine Sekundärbestattung sein; es könnte sich aber auch um zwei Sekundärbestattungen zur Frau gehandelt haben. Die Mehrfachbestattung Verf. 3399 enthielt einen sehr alten Mann (60–80 Jahre) mit den Resten von fünf Kindern. Drei Kinder (10–11 Jahre, 6–7 Jahre, etwa 6 Monate) wurden vermutlich gleichzeitig ins Grab gelegt, während von zwei weiteren Kindern (etwa 3 Jahre, etwa 5 Jahre) nur Teile des Skelettes vorhanden waren. Auch bei diesen dürfte es sich um Sekundärbestattungen handeln. Der Nachweis einer verwandtschaftlichen Beziehung zwischen den Individuen konnte aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes nur teilweise anhand morphologischer Merkmale erbracht werden. Von familiären Verhältnissen in dieser Gruppe kann aber ausgegangen werden. Anhand einer DNA-Untersuchung konnte die Geschlechtsbestimmung von Ind. 1/Verf. 2928 als Mann untermauert werden. Die Darstellung von Verwandtschaftsbeziehungen war allerdings nicht möglich.
The Baden-period skeletons from Ratzersdorf an der Traisen, Lower Austria (Karin Wiltschke-Schrotta, Jan Cemper-Kiesslich und Anna-Maria Höger)
Four graves from the Late Neolithic Baden culture were discovered in Ratzersdorf an der Traisen (St. Pölten municipality, Lower Austria) during rescue excavations by the Federal Department of Monuments in 2002 and 2004. The graves contained the human remains of twelve individuals. The only single inhumation, Feature 3473, contained the remains of a 25 to 35 year old man, who had probably suffered from an anaemic illness for a long time before his death. A young man (20-25 years) and a child (11-12 years) were buried in the double grave Feature 2928. A similar tooth defect indicates a family relationship between these individuals. The child also has a very unusual incisor anomaly. Feature 3442 is probably another double burial, that of a woman (25-30 years) and a newborn child. The skull of a two-year old child, which was found mixed up with the baby’s bones in the woman’s knee area, is apparently a secondary inhumation; it is possible in fact that both children were secondarily interred. The multiple burial Feature 3399 contained a very old man (60-80 years) and the remains of five children. Three children (10-11 years, 6-7 years and c. 6 months old) were apparently interred at the same time, while only parts of the skeletons were present from the other two children (c. 3 and c. 5 years). These may also have been secondary burials. Because of a poor state of preservation, evidence for a family relationship between the individuals could be shown only partially on the basis of morphological characteristics. It is highly likely that these individuals were related however. The identification of Individual 1/ Feature 2928 as a man was reinforced by a DNA analysis, but it was not possible to illustrate family relationships in this way.


Manfred Schmitzberger, Tierknochenfunde aus der Badener Kultur von Potzneusiedl, Burgenland
Der vorliegende Bericht erweitert den bisher dürftigen archäozoologischen Forschungsstand zur jungneolithischen Badener Kultur um knapp 2000 bestimmbare Tierknochenfragmente. Das Material stammt aus ehemaligen Vorrats- und Lehmentnahmegruben, die im Zuge von Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes im Gemeindegebiet von Potzneusiedl (KG und OG Potzneusiedl, VB Neusiedl am See) aufgedeckt wurden. Da nur 2,3 % der Knochenfunde von Wildtieren stammen, dürfte die Jagd keine besondere Rolle für die Ernährung der Siedler gespielt haben. Man vertraute offenbar auf die Zucht von Rindern, deren Reste fast zwei Drittel des Fundkomplexes bilden. Nach der Fundzahl standen an zweiter Stelle die Schafe und Ziegen. Den dritten Platz nahmen die Schweine ein. Gelegentlich wurden auch Hunde geschlachtet. Die Zusammensetzung des Fundkomplexes, insbesondere der geringe Wildtieranteil, ähnelt interessanterweise mehr den bronzezeitlichen Verhältnissen als bisher untersuchten neolithischen Faunen. Besonderes Augenmerk wurde auf Hinweise für eine eventuelle Sekundärnutzung der Rinder und der kleinen Hauswiederkäuer gelegt, allerdings sprechen die Geschlechter- und Schlachtalterprofile klar gegen eine solche Wirtschaftsweise.
Faunal remains of the Baden culture from Potzneusiedl, Burgenland (Manfred Schmitzberger)
This report augments the previously poor state of archaeozoological research into the Late Neolitihic Baden culture by just under 2.000 identifiable animal bone fragments. The material comes from former storage and clay extraction pits, which were discovered during rescue excavations by the Federal Department of Monuments around Potzneusiedl (Neusiedl am See district). Hunting does not appear to have significantly contributed to the settlers’ diet, as only 2.3% of the bone finds are from wild animals. They relied instead on cattle breeding, the remains of cattle forming almost two thirds of the finds complex. Sheep and goats were the second most common animals found. Pigs took third place and dogs were also slaughtered occasionally. Interestingly the composition of the finds complex, in particular the low amount of game, resembles the Bronze Age situation more than it does those Neolithic faunal complexes researched to date. Traces of a possible secondary use of the cattle and the small domestic ruminants seem particularly significant, but the sex profile and typical age at slaughter are arguments against an economy of this kind.


Burkhard Weishäupl, Jungsteinzeitliche Funde am Bergisel bei Innsbruck
Bei einer Rettungsgrabung des Bundesdenkmalamtes auf dem Bergisel (Stadt Innsbruck, KG Wilten) wurden 2007 unter anderem ein Pfostenbau sowie Silex- und Knochenfunde der Jungsteinzeit erfasst. Obwohl die Geschlossenheit des Fundinventars nicht besonders ausgeprägt ist, lässt sich der Zeitraum für die Herstellung der Steingeräte am ehesten auf das Jung- bis Spätneolithikum (etwa 4400–2200 v. Chr.) eingrenzen. Die Zuordnung des Knochengeräts ist aufgrund seiner Fundlage unsicher. Jungsteinzeitliche Keramik wurde nicht gefunden. Die Gebäudereste, die Silexgeräte mit der sehr qualitätvollen Klinge und – mit gebotener Zurückhaltung – auch das Knochenmesser belegen menschliche Aktivitäten am Bergisel bereits in der Jungsteinzeit und liefern so ein wichtiges neues Mosaiksteinchen für das Bild der Urgeschichte von Innsbruck.
Late Stone Age finds from Isel Hill, Innsbruck (Burkhard Weishäupl)
An earthfast post building and silex and bone finds from the Late Stone Age were among the objects recovered during a rescue excavation by the Federal Department of Monuments on Isel Hill (Innsbruck municipality, Wilten district) in 2007. Notwithstanding the inhomogeneity of the finds inventory, the period in which the stone tools were manufactured can be narrowed down to the Upper to Late Neolithic (c. 4.400–2.200 BC). The assignation of the bone finds is uncertain because of the finds circumstances. The building remains, the silex tools with high quality blades and – with all necessary caution – the bone knife are evidence of human activity on Isel Hill as early as the Late Stone Age and a further contribution to our knowledge of prehistory in the Innsbruck area.


Violetta Reiter, Frühbronzezeitliche Brandbestattungen im Unteren Traisental, Niederösterreich
In den Gräberfeldern Franzhausen II (KG Franzhausen, MG Nußdorf ob der Traisen, VB St. Pölten) und Ratzersdorf (Stadt St. Pölten, KG Ratzersdorf an der Traisen) konnten unter mehr als 1600 Körpergräbern insgesamt zwölf Bestattungen mit Brandspuren dokumentiert werden. Dabei kann zwischen Teilverbrennungen und Brandbestattungen der Stufe Gemeinlebarn I/Leithaprodersdorf und Brandgräbern vom Übergang späte Frühbronzezeit/beginnende Mittelbronzezeit unterschieden werden. Die Teilverbrennungen am Beginn der Frühbronzezeit nehmen dabei eine zentrale Stellung ein. Aufgrund der Befunde wurden Fragen nach dem Bestattungsritus aufgeworfen, die zum Teil durch experimentalarchäologische Versuche geklärt werden konnten. Die Beigaben in Form von Schüsseln mit einziehendem Hals und wulstigem Rand können als Hinweis auf kulturelle Einflüsse aus dem Südosten interpretiert werden.
Early Bronze Age cremation burials in the Lower Traisen valley, Lower Austria (Violetta Reiter)
A total of twelve burials with traces of burning were recorded among more than 1.600 inhumations in the cemeteries Franzhausen II (Nußdorf an der Traisen township, St. Pölten district) and Ratzersdorf (St. Pölten district). Within this figure a division can be made between partial burning and cremation burials of the Gemeinlebarn I/Leithaprodersdorf stage and cremation graves form the transition period between the Early Bronze Age and the Early Middle Bronze Age. The partial burnings from the beginning of the Early Bronze Age are particularly important. Questions about the burial rite were raised by the excavated record, which it was possible to answer to some extent through experimental archaeological tests. Grave goods in the form of bowls with an indented neck and a protruding rim could be an indication of cultural influences from the Southeast.


Heimo Dolenz, Stefan Krmnicek, Eleni Schindler-Kaudelka, Helga Sedlmayer und Susanne Zabehlicky-Scheffenegger, Zur vorannexionszeitlichen Siedlung auf dem
Magdalensberg
Als aktueller Forschungsstand zur frühen Siedlung am Magdalensberg bleibt festzuhalten: Den Magdalensberggipfel umgab eine rund 17 ha umfassende Wallanlage, wobei erst künftige Untersuchungen klären können, ob es sich dabei um das La-Tène-zeitlich/norische Oppidum handelt. Schon bisher sind für die spätrepublikanisch-frühaugusteische Zeit ein Vorwall im Nordosten und ein italisches Forum mercantile mit basilikalem Großbau im Süden nachgewiesen. Spätestens zur Zeit der Annexion Noricums entstand südwestlich des Forums ein weitläufiger Bautenkomplex („untere AA-Bauten“), dem Lager- und Verwaltungsfunktionen zugekommen sein dürften. Der unmittelbare Berggipfel wurde hingegen als sichtbares Zeichen römischer Machtübernahme mit einer den Hauptwall und die Händlersiedlung gleichermaßen dominierenden, repräsentativen Befestigung versehen, die einen Podiumtempel von stadtrömischen Dimensionen umgab. Die chronologisch aussagekräftigen Fundgruppen am Magdalensberg weisen in Einklang mit der historischen Faktenlage nach wie vor auf einen Beginn der römischen Siedlungstätigkeit in vor- und frühaugusteischer Zeit hin. Da von den Emporia auf der Gurina und in Nauportus zeitgleich anzusetzende Befund- und Fundensembles vorliegen , ist die Gründung der genannten Siedlungen allerspätestens im Zusammenhang mit den illyrischen Feldzügen (35–33 v. Chr.) anzusetzen. Selbst wenn diese immerhin mehrere Jahre in Anspruch nehmenden Kriegszüge gegen die Iapoden nicht auf eine dauernde Expansion abgezielt haben sollten , sind derartige kriegerische Operationen ohne gesicherten Nachschub (wohl auch an norischem Eisen) einerseits und ohne romfreundliche Verbündete beziehungsweise zumindest kontrollierte norische Nordflanke andererseits nicht denkbar . Sohin wird sich die geopolitische Situation im südöstlichen Voralpenraum auf den benachbarten inneralpinen Landstrich schon wegen dessen Bedeutung als Rohstofflieferant weitestgehend übertragen lassen. Man wird sich J. Horvat anschließen dürfen, die jüngst festhielt: „The most important stronghold for the Italic merchants was in the center of the Norican kingdom at Magdalensberg“.
The pre-annexation period settlement on Magdalensberg (Heimo Dolenz, Stefan Krmnicek, Eleni Schindler-Kaudelka, Helga Sedlmayer und Susanne Zabehlicky-Scheffenegger)
The present state of research about the early settlement at Magdalensberg can be summarized as follows: The summit of the Magdalensberg was surrounded by earthen ramparts enclosing around 17 hectares. Future research will discover whether or not this was a La Tène-period/ Norican oppidum. A late republican/ early Augustan outer rampart in the Northeast and an Italic forum mercantile with a large, basilica-type building in the southern area are presently known. An extensive building complex (the so-called ‘lower AA-structures’) was constructed to the southwest of the Forum in the annexation period at the latest, probably combining storage and administrative functions. The immediate summit area acquired a representative fort, which enclosed a podium temple of urban Roman dimensions and dominated both the main enclosure and the merchant settlement – a very visible sign of the Roman takeover. The most important find groups for the chronology at Magdalensberg continue to indicate, as do the historical facts, that Roman settlement activity began in the pre- and early Augustan period. Concurrent deposit and find complexes from the emporia on the Gurina and in Nauportus show that those settlements were founded at the very latest in connection with the Illyrian campaigns (35–33 BC). Whether one presumes that the military campaigns against the Lapodi, which lasted several years, were planned to end in lasting expansion or not, military operations of that kind would have been unthinkable without secure supply sources (for example of Norican iron) on the one hand and pro-Roman allies or at least stability on the northern, Norican flank. This is the context in which the geopolitical situation in the south-eastern Alpine foothills could have influenced the neighbouring inner alpine area, particularly important because of its role as a source of raw materials. As J. Horvat correctly stated recently, „The most important stronghold for the Italic merchants was in the center of the Norican kingdom at Magdalensberg“.


Christa Frank, Die Mollusken der La-Tène-zeitlichen Siedlung in Prellenkirchen, Niederösterreich
Aus der La-Tène-zeitlichen Siedlung von Prellenkirchen (KG Prellenkirchen, MG Prellenkirchen, VB Bruck an der Leitha) wurden 58 Sedimentproben malakologisch untersucht. 18 Proben wurden neben Objekten entnommen, 19 Proben aus Verfüllungsmaterial und 21 Proben von der Sohle der Objekte. Insgesamt konnten 70 Arten bestimmt und 12483 Individuen gezählt beziehungsweise anhand der Fragmente rückgerechnet werden, da der Erhaltungszustand der Schalen meist schlecht war. Das Material wurde quantitativ ausgewertet; basierend auf den jeweiligen Artenlisten wurden die ökologischen Gruppen erstellt und die relativen Anteile der Arten beziehungsweise Individuen errechnet. Daraus konnten ehemalige Umwelt- und Klimaverhältnisse abgeleitet werden. Um eine möglichst genaue Interpretation zu ermöglichen, wurden nicht nur Bestandsaufnahmen der rezenten Molluskenfauna des Untersuchungsgebietes zum Vergleich herangezogen, sondern auch die Ergebnisse außerösterreichischer Fachliteratur. Ein frühholozänes bis frühest-mittelholozänes Alter der Molluskenthanatocoenosen ist sehr wahrscheinlich, sie sind also älter als die Siedlungsperiode. Auf die Dynamik und Problematik flussnaher Standorte wird verwiesen.
Mollusca from the La Tène settlement at Prellenkirchen, Lower Austria (Christa Frank) A large number of 12.483 specimens representing 70 species of terrestrial and aquatic mollusca was recorded at this settlement near the river Leitha. Most of them were fragmentary, because the embedding soil contained a great deal of sand and gravel. 21 thanatocoenoses originated from the bottom of the archaeological objects, 19 from their fill and 18 from the immediate vicinity. Based on these assemblages, it was possible to reconstruct the former environment and climate. The inundation area is represented by small, shallow, temporary bodies of water, indicated mainly by Stagnicola cf. turricula and accompanying species like Anisus spirorbis, Aplexa hypnorum and others. Generally, the vegetation is not very differentiated; open and semi-open areas partly covered by shrubs, and also by alder and willow trees near the waterside. The xeromorphic compounds (Granaria frumentum) are strongly represented in most of the assemblages. Comparisons not only with recent conditions, but also with localities in Poland, Hungary and Austria (Leesdorf and Gumpoldskirchen on the southern edge of the Vienna Basin) indicate an early holocene to earliest mid-holocene age for the thanatocoenoses, which means that they are not contemporary with the settlement.

Christoph Hinker, Die römische Fundstelle auf der Flur Versunkenes Dorf in Krusdorf, Südoststeiermark
Im Zuge der archäologischen Ausgrabung auf der Flur Versunkenes Dorf in der Katastralgemeinde Krusdorf (OG Krusdorf, VB Feldbach) konnten römerzeitliche Befunde festgestellt werden, bei denen es sich wahrscheinlich um Überreste einer Villa rustica handeln dürfte. Die Auswertung des Fundmaterials weist zeitlich – bei einem wahrscheinlichen Beginn der Siedlungstätigkeit zu Anfang des 2. Jahrhunderts n. Chr. – schwerpunktmäßig in das 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr. und spricht für eine Siedlungskontinuität während Soldatenkaiserzeit und Spätantike. Vor allem für die genannte Zeitspanne des 3. bis 4. Jahrhunderts erweitern die vorgelegten Befunde und Funde das bisherige Bild von der südoststeirischen Siedlungslandschaft während der Römischen Kaiserzeit.
The Roman site on the ground Versunkenes Dorf (‘Lost Village’) in Krusdorf, Styria (Christoph Hinker u. a.)
Roman-period contexts – probably the remains of a villa – were discovered during an archaeological excavation on the ground Versunkenes Dorf (‘Lost Village’) at the village of Krusdorf (Feldbach district). The analysis of the finds material shows that settlement probably began at the beginning of the 2nd century AD, was at its most intense in the third and fourth centuries and that settlement was continuous in the ‘barracks emperors’ and Late Antique periods. The contexts and finds presented here extend our knowledge of the settlement landscape in Southeast Styria during the Imperial Roman period, particularly with regard to the 3rd and 4th centuries.


Ingrid Hackhofer, Die Grabung 1996 auf Parzelle 80 im römischen Vicus von Favianis/Mautern
1996 wurde in Mautern (KG Mautern, SG Mautern an der Donau, VB Krems) auf Parz. 80, im Ostteil des römischen Vicus, eine Notbergung durchgeführt. Die festgestellten Gruben erbrachten Fundmaterial aus dem Zeitraum von der Spätbronzezeit bis zur Neuzeit, mit Schwerpunkt in der Römischen Kaiserzeit. Zwei Gruben enthielten Keramik der Spätbronzezeit. Insgesamt neun Gruben sind römischer Zeitstellung, wobei ein erster Nachweis römischer Siedlungstätigkeit in Periode 2 (100/110–120/140 n. Chr.) fällt. Höchste Aussagekraft besitzt ein Brunnen mit gemauertem Schacht, der gegen Ende der Periode 3 (130/140–170/180 n. Chr.) verfüllt wurde, wobei der Brunnen durch die Deponierung eines Pferdekadavers unbrauchbar gemacht wurde. Ein weiterer Brunnen in Holzbauweise befand sich in unmittelbarer Nähe; die Verfüllung dieser Anlage erfolgte in Periode 2 bis 3. Dieser Befund bestätigt den bereits bekannten Verlauf der römischen Besiedlung von Favianis. Am Ende von Periode 3 kam es teilweise zur Aufgabe von Siedlungsareal. Die Gruben jüngerer römischer Zeitstellung aus den Perioden 4 (170/180–250/260 n. Chr.) und 6 bis 7 (370/380–480/500 n. Chr.) auf Parz. 80 wurden lediglich zur Abfalldeponierung genutzt. Nach einer Zäsur kann in frühmittelalterlicher Zeit durch eine Speichergrube erstmals wieder Siedlungstätigkeit auf Parz. 80 nachgewiesen werden. Weitere Gruben, die in die Neuzeit zu datieren sind, bestätigen die kontinuierliche Nutzung des Areals.
The 1996 excavation at Lot 80 in the Roman vicus at Favianis/Mautern (Ingrid Hackhofer)
Several pits, which had been filled with debris dating from the pre-Roman period to modern times, were uncovered during a rescue excavation in Mautern in 1996. Two pits from the pre-Roman period were filled with ceramic debris of the Late Bronze Age. The Roman settlement at the excavation site began in period 2, dating from 100/110 to 120/140 AD. A well with a stone shaft was particularly interesting. On the basis of pottery finds, the well’s abandonment and destruction – it was filled with debris – can be placed in period 3 (130/140–170/180 AD). The skeleton of an equine animal was found at the very bottom of the pit, proving that the destruction was deliberate. The fill contained a great deal of pottery, some of which was still intact, indicating that the vessels were thrown away not because they were broken, but because they had had become redundant. During the subsequent periods 3-4 (130/140–250/260 AD), the area was used for dumping rubbish. One pit contained a single piece of late Antique pottery, that is from that period in which civilians at Mautern had already moved inside the secure circuit of the Roman military camp. After period 7 (450–480/500 AD) inhabitation of the area ceased and did not begin again until the Early Middle Ages.


Christoph Grill, Tierknochen aus einem Brunnen im römischen Vicus von Favianis/Mautern, Niederösterreich
Das tierische Knochenfundgut aus dem römerzeitlichen Brunnen Obj 20 der Grabung auf Parz. 80 in Mautern (KG Mautern, SG Mautern an der Donau, VB Krems) spiegelt das gesamte Spektrum der Ausschlachtung von Nutztieren sowie einige Probleme, die mit der Haustierhaltung einhergehen, wider. Es vereint sämtlichen Abfall, der aus der Haltung, Tötung und Zerlegung von Haustieren sowie dem Konsum ihres Fleisches hervorgeht. Es wurden nicht nur Skelettreste aus den einzelnen Stadien der Schlachtkörperzurichtung, sondern auch Speiseabfälle, Knochen, die man bereits mittels Verbrennung zu entsorgen versucht hatte, und auch Teilskelette sowie ganze Kadaver beseitigt. Gerade Letztere lassen auch die Schwierigkeiten erkennen, mit denen Viehzüchter zu jeder Zeit konfrontiert waren: Tiere werden tot geboren oder sterben kurz nach der Geburt, ältere, verbrauchte Arbeitstiere gehen an Altersschwäche ein oder müssen notgeschlachtet werden.
Faunal remains from a well in the Roman vicus at Favianis/Mautern, Lower Austria (Christoph Grill)
The animal bone finds from the Roman well Object 20, part of the excavation at Lot 80 in Mautern (Krems district), reflect not only the entire spectrum of possibilities in the exploitation of domestic animals, but also several problems connected to keeping them. The finds combine every type of waste produced by the keeping, killing and cutting-up of domestic animals, and by meat consumption. Skeletal remains from every stage of the slaughter process, and also food waste, bones burnt in attempt at their destruction, parts of skeletons and entire carcasses had been thrown away. The carcasses in particular show the difficulties with which livestock breeders were constantly confronted: Animals were stillborn or died shortly after birth, elderly, exhausted working animals died of old age or had to be destroyed.


Barbara Wewerka, Oliver Schmitsberger u. a., Bericht über die Ausgrabungen des Vereins ASINOE im Projektjahr 2008
Margit Bachner (†), David Ruß, Oliver Schmitsberger und Marco Kultus, Ergebnisse der Grabungen im Stift Altenburg 2001–2008. Ein zusammenfassender Überblick
2001 bis 2008 wurden in drei Bereichen des Stiftes Altenburg archäologische Untersuchungen durchgeführt. Wesentliche Ergebnisse sind die Erfassung von hochmittelalterlichen Baukomplexen (etwa eines Vorgängerbaues des Abtshauses aus dem 12. Jahrhundert mit einer Heizanlage inklusive Schlüsseldeponierung auf der Altane) sowie von großen Teilen eines spätmittelalterlich-neuzeitlichen Friedhofes zwischen Stiftskirche und Veitskapelle. In einem unterirdischen Zugangsbereich zu Letzterer wurde ein Fußboden aus sekundär verlegten, figural verzierten Fliesen freigelegt, welche bisher um 1308 datiert wurden, nach neuen Befunden aber dem 13. Jahrhundert zuzurechnen sind. Aus unterschiedlichen Schuttschichten stammt eine größere Anzahl qualitativ hochwertiger gotischer Spolien und spätmittelalterlicher Kleinfunde. Nicht zuletzt sei auf die Aufdeckung vorklosterzeitlicher Schichten mit Keramik des 11. Jahrhunderts hingewiesen, welche in Zusammenhang mit der „alten Burg“ der Grafen von Poigen zu sehen sind.
A summary of the results of the excavations in Altenburg abbey, 2001-2008 (Margit Bachner (†), David Ruß, Oliver Schmitsberger und Marco Kultus)
Between 2001 and 2008 archaeological research took places in three areas of Altenburg abbey (Altenburg village, Horn district). Among the most important results were the unearthing of high medieval building complexes (for example the first Abbot’s House from the 12th century on the so-called ‘platform’, which included a heating system and where a depot of a key was found) and of large parts of a late medieval/ modern period cemetery between the abbey church and St. Vitus’s chapel. A floor surface consisting of secondarily used, decorated tiles was excavated in an underground passage leading to this chapel. This was previously dated at c. 1308, but evidence now points to the 13th century. Large quantities of high-quality Gothic mouldings and late medieval small finds were found in dumping layers. Last but not least, is the discovery of strata older than the abbey, which contained 11th century pottery and are likely to be connected to the “old castle” of the Counts of Poigen.

Oliver Schmitsberger, Ausgrabungen auf der Trasse der Ortsumfahrung Maissau 2008/Fläche „1-Süd“: Befunde vom Altneolithikum bis zum Frühmittelalter
Vor dem Bau einer Ortsumfahrung wurden in Maissau (KG und SG Maissau, VB Hollabrunn) großflächige Rettungsgrabungen notwendig, welche vom Verein ASINOE ausgeführt werden. Die ältesten Befunde auf der hier behandelte „Fläche 1-Süd“ (Größe etwa 2,5 ha) gehören der älteren Linearbandkeramik an und waren erosionsbedingt schlecht erhalten. Hervorzuheben sind mehrere meist beigabenlose, teils aber auch beigabenführende Siedlungsbestattungen. Die nächste Belegungsphase datiert in die frühe Kupferzeit (Wolfsbachgruppe/MOG IIb); ihr gehören großflächige, fundreiche Siedlungsobjekte (Grubenkomplexe) an. Einige interessante Befunde wie zwei Hausgrundrisse mit Fundamentgräbchen sowie zwei Hirschbestattungen und eine menschliche Sonderbestattung, jeweils in Schlitzgruben, sind hier anzuschließen. Die mittlere Kupferzeit ist durch mehrere Gruben vertreten, welche aber nur geringes Fundmaterial erbrachten. Die letzte neolithische Besiedlung gehört der Glockenbecherkultur (Stufe II und III) an. Neben Gruben mit reichhaltigem Keramikinventar sind charakteristische Kleinfunde wie eine Armschutzplatte, ein V-förmig gebohrter Knochenknopf und ein bogenförmiger Knochenanhänger hervorzuheben. Eine Anzahl von Speichergruben, manchmal mit komplett erhaltenen Gefäßen, datiert in die Früh- und Mittelbronzezeit, wobei Letzterer einige nicht alltägliche Funde (unter anderem ein sogenanntes „Brotlaibidol“ und plastisch verzierter sowie bemalter Lehmverputz) angehören. Die meisten nach-bandkeramischen Befunde sind in die frühe und ältere Urnenfelderzeit zu stellen und enthielten viele Kleinfunde aus Knochen, Stein und Bronze. Eine La-Tène-zeitliche Besiedlung deutet sich nur durch wenige Keramikfunde aus einem nicht sicher interpretierbaren Befund an. Eine frühmittelalterliche Phase ist mangels datierbarer Keramik nicht näher einzugrenzen, aber durch Funde wie ein Eisenmesser und ein Paar runder Mühlsteine vom „Typ Altenhof“ belegt.
Excavations on the route of the Maissau by-pass in 2008 (Area “F1 South”): Contexts from the Early Neolithic to the Early Middle Ages (Oliver Schmitsberger)
The construction of a by-pass led to large-scale rescue excavations by ASINOE in Maissau (Hollabrunn district) in 2008. The oldest deposits in the area discussed here – “F1 South” (around 2.5 hectares) – dated to the early Linearbandkeramik period and were badly eroded. They included several settlement burials mostly without grave goods, but some with. The next occupation period dates to the Early Copper Age (Wolfsbach group/MOG II) and consists of extensive settlement deposits (pit systems). The most interesting features included two house plans with foundation slots and two deer burials and a human special burial in narrow trenches. The Middle Copper Age is represented by several pits, which however contained only few finds. The last Neolithic phase was part of the bell-beaker culture (stages I and II) and included pits with a substantial pottery inventory and characteristic small finds such as a protective arm plate, a V-shaped, drilled bone button and a bow-shaped bone pendant. Several storage pits, some of them with entirely undamaged vessels, date to the Early and Middle Bronze Age, the latter period including several unusual finds (among them a so-called “bread loaf idol” and sculptured and painted clay daub. Most post-Bandkeramik objects however belong to the early and older Urnfield periods, and contain large numbers of small finds made of bone, stone and bronze. Only a few pottery finds and a feature, which is very difficult to understand, indicate a La Tène period settlement. An early medieval phase is shown by finds such as an iron knife and a pair of “Altenhof-type” millstones, but is difficult to date accurately because of a lack of suitable pottery.

David Ruß und Oliver Schmitsberger, Die Kirche des „Leopoldus plebanus de Mederico“? Untersuchungen in der Pfarrkirche Hl. Johannes der Täufer in Mödring
Ein Bodenaustausch in der Pfarrkirche von Mödring (KG Mödring, SG Horn, VB Horn) machte 2008 begleitende archäologische Untersuchungen notwendig. Als wesentliches Ergebnis kann der Nachweis einer romanischen Kirche betrachtet werden, deren Mauern im Fundamentbereich weitgehend erhalten waren; lediglich der Westabschluss war nur noch durch einen Ausrissgraben nachweisbar. Dieses Gebäude kann mit der Erstnennung eines Mödringer Pfarrers 1288 in Verbindung gebracht werden. Anhand von Keramikfunden ist eine Nutzung des Mödringer Kirchberges schon im Mittelneolithikum und in der frühen Kupferzeit, in der Eisenzeit sowie im frühen Mittelalter erwiesen, wobei Alt- und Oberflächenfunde Mödring als bedeutendes prähistorisches Siedlungszentrum im nördlichen Horner Becken ausweisen.
The church of “Leopoldus plebanus de Mederico”? Explorations in the parish church of St. John the Baptist in Mödring (David Ruß und Oliver Schmitsberger)
In 2008 the construction of a new floor at the parish church in Mödring led to accompanying archaeological research. The key result was the discovery of a Romanesque church – its foundations were largely intact, although only a robber cut remained from the western wall. This was the building referred to in 1288 when a parish priest from Mödring was mentioned for the first time. Pottery finds indicate that the hill on which the church stands was used as early as the Middle Neolithic period and also in the Early Copper Age, Iron Age and Early Medieval periods. Old finds and surface collections have shown that in the prehistoric period Mödring was a significant centre of settlement in the northern part of the Horn basin.