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Neuerscheinung

Wüstungsforschung und Denkmalpflege in Niederösterreich (FÖMat A 20)

Präsentation des neuen Bandes in der Gozzoburg, Krems (im Bild: der Autor Martin Krenn, Präsidentin Barbara Neubauer, Abteilungsleiter Archäologie Bernhard Hebert).

Präsentation des neuen Bandes in der Gozzoburg, Krems (im Bild: Eröffnung durch Präsidentin Barbara Neubauer).

Präsentation des neuen Bandes in der Gozzoburg, Krems.

Anforderungen und Aufgaben der archäologischen Denkmalpflege am Beispiel mittelalterlicher Siedlungsstrukturen

Buch Kurzinfo

AutorIn: Martin Krenn

Titel: Wüstungsforschung und Denkmalpflege in Niederösterreich (FÖMat A 20)

Untertitel: Anforderungen und Aufgaben der archäologischen Denkmalpflege am Beispiel mittelalterlicher Siedlungsstrukturen

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 428

ISBN: ISSN 1993-1255

Preis: € 75,-

Das neue Werk zur archäologischen Wüstungsforschung in Niederösterreich - inklusive Gratisdownload der E-Book-Version mit Bonusdaten!

Erstmals werden Ergebnisse der in den letzten Jahren durchgeführten großflächigen Denkmalschutzgrabungen im Weinviertel (NÖ.) vorgelegt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf vier mittelalterlichen Dorfwüstungen, die in unterschiedlich großen Ausschnitten erforscht werden konnten. Die Grabungsergebnisse liefern wesentliche neue Impulse für die archäologische Wüstungsforschung in Österreich und darüber hinaus auch für zahlreiche weitere Aspekte der Mediävistik. Zusätzlichen Reiz gewinnt das Werk durch die vorangestellte Analyse der für die speziellen Anforderungen linearer Großgrabungen entwickelten Abwicklungsmodelle der archäologischen Denkmalpflege in (Ost-)Österreich. 

Neu: Erstmalig wird bei dieser Publikation auch eine erweiterte E-Book-Version angeboten, die zusätzliches Datenmaterial (Pläne, Texte etc.) zu dem gedruckten Band enthält. Mit dem Erwerb der Druckversion erhalten Sie zugleich einen Gratis-Zugang zum Download der E-Version!

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Bezug über den Buchhandel oder direkt beim Verlag!

ISSN 1993-1255


Aus dem Inhalt:
Archäologische Denkmalpflege und Großbauvorhaben
Wüstungsforschung 
Methodik
Die Ortswüstung von Auersthal-Aichenstauden
Die Ortswüstung von Hagenbrunn-Dietrichsdorf
Die Ortswüstung von Leobendorf-Atzersdorf
Die Ortswüstung von Perzendorf
Auswertung der Grabungsergebnisse
Zusammenfassung
Katalog

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit werden anhand von vier mittelalterlichen Ortswüstungen im Weinviertel die Problemstellungen und Aufgaben der archäologischen Denkmalpflege beleuchtet.
Im vergangenen Jahrzehnt wurde die österreichische Bodendenkmalpflege mit einem Phänomen innerhalb der Archäologie konfrontiert, das fachintern als „lineares Bauvorhaben“ beschrieben wird. Hierbei handelt es sich um großflächige Baumaßnahmen, die hauptsächlich der Errichtung von Infrastruktur (Straße, Bahn) oder Versorgungseinrichtungen (Leitungstrassen) dienen. Die archäologische Kulturlandschaft wird hierbei durch großflächige Bodeneingriffe durchschnitten, die einen Flächenverbrauch haben, der nur noch in Quadratkilometern gemessen werden kann. Es handelt sich hierbei um ein Phänomen, das nicht nur national, sondern auch international zu beobachten ist. Aufgabe der unterschiedlichen Institutionen der archäologischen Denkmalpflege war es daher, Strategien und Methoden zu entwickeln, wie dieser großflächigen Zerstörung begegnet werden kann.
In der Arbeit wurden die nationale Vorgangsweise erläutert und die Arbeitsprozesse dargestellt. Für die Realisierungsphase der Projekte mussten in den letzten Jahren die in Österreich angewandte Grabungsmethodik angepasst und neue technische Umsetzungen gesucht werden. Durch den Einsatz EDV-gestützter Datenerfassung konnte bei den unterschiedlichen Projekten sowohl eine massive Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit als auch eine Steigerung der Dokumentationsqualität erreicht werden. Durch die angewandten Methoden ist weiters eine Beschleunigung der wissenschaftlichen Aufarbeitung möglich.
Die Wüstungen von Auersthal (KG und MG Auersthal, VB Gänserndorf), Hagenbrunn (KG und MG Hagenbrunn, VB Korneuburg), Leobendorf (KG und MG Leobendorf, VB Korneuburg) und Perzendorf (KG Perzendorf, MG Hausleiten, VB Mistelbach) wurden in den Jahren 2006 und 2007 im Rahmen von linearen Bauprojekten archäologisch untersucht. Neben der Wüstung Hard im Waldviertel stellen sie die einzigen großflächigen Grabungen in mittelalterlichen Ortswüstungen in Österreich dar.
Neben der Definition der chronologischen Laufzeiten der einzelnen Ortschaften konnten Beiträge zur Siedlungsstruktur und zum inneren Aufbau sowie zu deren Siedlungskammern gewonnen werden. Besondere Berücksichtigung fand die Analyse der Befundkategorien, wobei einzelne Kategorien, zum Beispiel Erdmieten, erstmals in Österreich definiert werden konnten.
Es ist allerdings anzumerken, dass die Bearbeitung der vier vorliegenden Ortswüstungen nur als erster Ansatz zur Analyse mittelalterlicher, ruraler Siedlungen im Osten Österreichs gesehen werden kann. Viele hier angeschnittene Fragestellungen werden erst durch die Vorlage weiterer Grabungsergebnisse beantwortbar sein. Hierbei handelt es sich besonders um die Fragen nach der Entstehung mittelalterlicher Dörfer in den einzelnen Siedlungslandschaften, deren Bau- und Wirtschaftsstruktur, ihrer Verankerung in den einzelnen Siedlungskammern und ihren Beziehungen zueinander sowie nach den Gründen für die Aufgabe einzelner Dörfer. Erst die großflächige Analyse der mittelalterlichen Siedlungslandschaften wird hierfür das nötige Rüstzeug bieten.

Summary
Deserted sites and the preservation of archaeological monuments in Lower Austria. Medieval settlement structures as a case study in the requirements and responsibilities of the archaeological monuments service (Martin Krenn)

This contribution examines the problems and tasks facing the archaeological monuments service on the basis of four deserted medieval villages in the Weinviertel (“Wine district”) of Lower Austria.
In the last decade the archaeological monuments service in Austria has been confronted by a phenomenon, known to those involved as a “linear construction project”. Such projects are extensive operations, which serve the construction of infrastructure (roads, railways) or utilities (supply/pipelines). The archaeological landscape is thus cut though by large-scale earth-moving projects, involving an area measurable only in square kilometres. This phenomenon is not only national, but also international. The different institutions dedicated to the preservation of archaeological monuments have therefore been prompted to develop strategies and methods to deal with this large-scale destruction.
This contribution outlines the response in Austria and the procedures employed. Excavation methods used in Austria have been adapted and new technical methods sought in recent years in order to realize the projects. IT-supported data collection has led in different projects to an immense increase both in the speed of excavation and in the quality of the documentation. A further consequence of the methods used has been an acceleration of post-excavation analysis.
The deserted villages at Auersthal (Auerstahl township, Gänserndorf district), Hagenbrunn (Hagenbrunn township, Korneuburg district), Leobendorf (Leobendorf township, Korneuburg district) and Perzendorf (Perzendorf village, Hausleiten township, Mistelbach district) were excavated in 2006 and 2007 as part of such linear construction projects. Apart from the deserted site at Hard in the Waldviertel (“Forest district”), they are the only large-scale excavations in deserted medieval villages in Austria to date.
The result has been not simply knowledge of the chronological development of the individual settlements, but also information about the settlements’ structure and the wider settlement area. The analysis of particular context types was a focus point, some categories, for example earthen storage pits for fruit/vegetables, being identified in Austria for the first time.
However, this analysis of four deserted villages can only be the beginning of a wider study of medieval rural settlements in Eastern Austria. It will only be possible to answer many of the questions addressed here when results from further excavations are available. This is particularly the case regarding the origins of medieval villages in the various settlement landscapes, their architectural and economic structure, their position in their own wider settlement areas, their relations among each other and the reasons for the abandonment of particular villages. Only the widespread analysis of medieval settlement landscapes will enable us to answer these questions.
(Translation: Paul M i t c h e l l)